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LAST EXIT TO HEAVEN         Klicken Sie hier, um meineExponate zu sehen

 

Zur Ausstellung:

 

Manchmal stehen wir in unserem Leben vor einem Abgrund: unabwendbare Ereignisse erzwingen eine Neuorientierung unter veränderten Voraussetzungen, gewohnte Handlungsmuster greifen nicht mehr. Wir fühlen uns verloren, aufgegeben, wehrlos einer fremden Situation ausgesetzt, hoffnungslos. Und doch kann sich jedem Menschen ein „Last Exit to Heaven“ öffnen.

 

In der gleichnamigen Ausstellung präsentiert die Künstlerin Katharina Lechner Druckgrafiken und Zeichnungen von zwei Menschen, die in unterschiedlichen Lebensphasen an ihre Grenzen gestoßen sind: dem Vater der Künstlerin, Walfried Sauer, der an Parkinson erkrankt, mit 83 Jahren und trotz zunehmender körperlicher und geistiger Einschränkungen erstmals in seinem Leben das Zeichnen begann und so wichtige Lebensthemen bis kurz vor seinen Tod bildhaft verarbeiten konnte und der Künstlerin selbst, die ihren nicht immer geraden Lebensweg über Jahre hinweg druckgrafisch dokumentiert hat. So entstanden Werke, die sich teils über Jahre in Serien weiter entwickelt haben, teils Momentaufnahmen darstellen.

In beiden Bildzyklen kommt zum Ausdruck, dass künstlerische Konfrontation und Auseinandersetzung mit dem eigenen Schicksal einen Ausweg bieten kann, eben den „Last Exit to Heaven“, sei er auf der diesseitigen Seite des Lebens oder als sich öffnende Tür in das jenseitige Leben.

 

Walfried Sauer, Jahrgang 1929, findet in hohem Alter und mit zunehmenden körperlichen und geistigen Einschränkungen in der farbenfrohen Zeichnung mit Filzstiften eine neue Möglichkeit, Grundthemen seines Lebens aufzugreifen und nach außen zu tragen: seine tiefe Religiosität, sein Interesse an Politik und Philosophie, seine Beziehung zu ihm wichtigen Personen, seine Ängste vor der fortschreitenden Krankheit. War bisher das geschriebene und gesprochene Wort das Ausdrucksmittel, das er souverän beherrschte, so wendet er sich jetzt einem für ihn ganz neuen Gebiet der Sprache zu, der Bildsprache. Weitgehend abstrakte Arbeiten entstehen in intensiven Arbeitsprozessen, die sich über knapp 4 Jahre bis hin zu seinem Tod 2015 ziehen. Fast allen Arbeiten gibt er selbst Titel, die auf den Inhalt verweisen und den Betrachter oft staunen lassen, welch vielfältige Gedanken einen Menschen umtreiben, der nach außen körperlich eingeschränkt erscheint.

 

Katharina Lechner, Jahrgang 1964, arbeitet schon seit ihrer Jugend künstlerisch im Bereich der Druckgrafik. Bedingt durch eine erzwungene Umorientierung in der Lebensmitte wird für sie ein Weiterleben im gewohnten Trott unmöglich und ein Neuanfang notwendig, in dem „alte Kleider“ abgeworfen werden müssen. In dieser intensiven Zeit gibt ihr die künstlerische Arbeit nicht nur ein stabiles Fundament, sondern ermöglicht es auch, den Wachstumsprozess in einen neuen Lebensabschnitt bildhaft zu dokumentieren. Es entstehen Druckgrafiken, die sich teils über Jahre in Serien weiterentwickelt haben, teils eine Momentaufnahme des augenblicklichen Zustands darstellen.

Zeichnungen von Walfried Sauer

Ausstellung in der Kreuzkirche


ZOH 500 - Zukunftsvisionen für Ostholstein

Sommerfrische, Ostholstein in 500 Jahren, Digitaldruck, 2019
Sommerfrische, Ostholstein in 500 Jahren, Digitaldruck, 2019
Sommerfrische 2, Ostholstein in 500 Jahren, Digitaldruck, 2019
Sommerfrische 2, Ostholstein in 500 Jahren, Digitaldruck, 2019

UNESCO Tag der Druckkunst 2019

Konzept zur Ausstellung:

Im März 2018 wurde die Druckgrafik auf Betreiben des BBK Bundesverbands (Berufsverband Bildender Künstler) und des Museums für Druckkunst in Leipzig in das Verzeichnis des immateriellen UNESCO Kulturerbes für Deutschland aufgenommen und der 15.03. eines jeden Jahres zum Tag der Druckkunst ausgerufen.


Im Verlauf der letzten Jahre beginnt das druckgrafische Schaffen in der Kunst wieder an Bedeutung zuzunehmen. Im Rahmen dieser Entwicklung möchte die Gruppe Druckkunst aus dem BBK Lüneburg nicht nur die Bedeutung alter Techniken der Druckgrafik (Tiefdruck, Hochdruck, Durchdruck) für die aktuelle Kunstszene, sondern auch Tendenzen und Möglichkeiten der Druckgrafik im Digitalzeitalter aufzeigen. Druckgrafik ist keine antiquierte Technik, sondern sie ist fähig, den Wandel in das digitale Zeitalter aufzugreifen, darzustellen, zu begleiten.

 

Ziel des Projekts ist die Darstellung der Druckgrafik als autonome Kunstform mit besonderen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit aktuellen Themenbereichen. Dabei sollen zwei wichtige Aufgabenbereiche zum Ausdruck kommen:

         - Die Druckgrafik als Multiplikator von Ideen, als Medium zur Erforschung der Rolle von Bildern in der Bilderflut
     von heute. Hier spielt die Bearbeitbarkeit von übernommenem oder selbst angefertigtem Bildmaterial eine große
     Rolle.

         - Die Druckgrafik als Experimentierfeld mit quasi „gespeicherten“ gestalterischen Entscheidungen, die verändert,
     abgewandelt und weiterentwickelt werden können. Metamorphosen können so in Serien erlebbar werden.

Neben der Darstellung aktueller Tendenzen in der Druckgrafik geht es uns aber auch darum, die besonderen Möglichkeiten der Druckgrafik an ein interessiertes Publikum weiterzugeben.  Die druckgrafischen Techniken bieten dazu die Möglichkeit, mit Formen zu experimentieren, sie zu kombinieren, Ideen zu vervielfältigen und sie weiter zu geben. Dabei können die Besucher*innen mit vorgegebenen kleinen Druckstöcken eigenhändig hochwertige Karten drucken, verschiedene Techniken erleben und das Grundprinzip der Vervielfältigung erfahren. Es bieten sich dabei Druckstöcke aus den Bereichen Linol- und Holzschnitt, Radierung, Fotopolymerdruck, Typografie und Stempeldruck an.

 

Im Sinne der Idee der Weitergabe von Ideen ist es vorteilhaft, wenn die teilnehmenden Menschen ihre Drucke mehrfach drucken und ihre Ergebnisse zur Verfügung stellen, z.B. um am Ende des Workshops ihren Druck und jeweils Drucke anderer Teilnehmer mitnehmen zu können. So besteht die Möglichkeit, kreative Ideen zu teilen (im Sinne der herkömmlichen Idee der Reproduzierbarkeit auf Papier = das Kulturerbe in seiner Grundform!)

Auch die Künstler*innen schließen sich dieser Idee der Reproduktion und der Weitergabe an, indem sie eine Auflagenmappe fertigen, in der jeder/jede teilnehmende Künstler*in eine signierte Originalgrafik einlegt. Diese Mappen werden zum Verkauf angeboten.                 

 

Eröffnungsrede von Karl-Ernst Gaertner im Foyer IHK Lüneburg, Am Sande 1, 27. April 2019

 

"DRUCKKUNST 2019 plus  Sind wir noch zu retten?"

 

Liebe Freunde der Druck-Kunst,


Über die eine Seite der Medaille Druckkunst hat soeben Herr v. Stern berichtet. Vielen Dank. Lassen Sie mich nun die andere Seite schildern: Die künstlerische.
Im vergangenen Jahr sind die traditionellen künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks und deren Mischformen von der deutschen   UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen worden.
Dabei wurde hervorgehoben, dass es heute die bildenden Künstler sind, die sich dieser, in der industriellen Fertigung nicht mehr angewendeten, Techniken annehmen und auf überraschend kreative Weise weiterentwickeln. Übrigens nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit. Warum tun sie dies? Welchen Wert sehen sie darin? Können sie womöglich mit diesen traditionell handwerklichen Verfahren Ausdruckseigenschaften hervorbringen, die mit heutigen Techniken nicht zu erreichen sind? 
  

Ursprünglich wurden die Hoch-,Tief-oder Flachdruckmaschinen erfunden um die Produktion von Druckerzeugnissen zu beschleunigen. Heute, angesichts der rasanten Entwicklung von digitalen Werkzeugen nutzen nicht wenige Druckkünstler diese alten Maschinen um ihre Gestaltungs- und Produktionsprozesse zu „entschleunigen“.  Sie wollen in ihrer Arbeit bewusst einer handwerklich berührungsbetonten Arbeitsweise den Vorrang geben und damit die von Hand geschaffenen Druck-Originale erstellen. 
Gleichzeitig erleben wir in der aktuellen computerbasierten Entwicklung der Druckkunst das Vordringen des Berührungslosen – eine Entmaterialisierung des materiellen Zubehörs.
Da verschwindet mal eben aus der klassischen Abfolge Druckvorlage, Druckform und Druck das zentralste, statische Element, die materielle Druckform, ins Virtuelle. Sie existiert nur noch digital und wird bei Bedarf jeweils neu errechnet.
Auch das wird von Künstlern wahrgenommen und kreativ bewusst mit traditionellen, mehr materiell betonten Möglichkeiten und Techniken kombiniert.

  
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen im künstlerischen Schaffen. Eine davon möchte ich aus meiner persönlichen Sicht beschreiben. Wenn man manchen Künstlern zusieht, könnte man denken, sie verschwenden ihre Zeit – als ob sie nur spielen. Doch könnte es nicht sein, dass das, was wie ein planloses Herumspielen aussieht, tatsächlich ein Arbeitsmodus mit einer eigenen Intensität ist? Idealerweise ist der kreative Prozess ein anstrengungsloser Vorgang. Unter den Anfangsbedingungen der Inspiration und der technischen Vorbereitung lässt der künstlerisch Arbeitende irgendwann einfach los. Die Arbeit entfaltet sich natürlich und spontan. Zunehmend, durch den Wechsel von Anstrengung und Gelassenheit, sammelt sich der Geist zu einer intensiven Konzentration und Vertiefung in das Werk. Interessanterweise heißt der kreative Trick der Natur hierfür: AUFHÖREN. - Immer wieder zwischendurch aufhören – damit im Bewusstsein mühelos ein Rückbezug zum dem eigenen Selbst entstehen kann, in dem potentiell mehr Wissen steckt, als gerade zuvor angewendet wurde. So belebt jeder dieser Momente der Ruhe das künstlerische Fühlen und Denken, sodass der nächste Schritt noch schöpferischer wird.
Das rettet den Künstler vor  Stagnation und mangelnder Zuversicht. Verallgemeinernd gesagt: Kreative Menschen spielen nicht mit der Arbeit, sondern mit der Ruhe.
Wenn auch Sie, liebe Gäste, etwas in „spielerischer Ruhe“ drucken möchten, das Sie am Ende mit nach Hause nehmen können, sind Sie zu dem folgenden Workshop herzlich eingeladen. Vielen Dank!


 JAHRESAUSSTELLUNG  2018 DES  BBK  LÜNEBURG

 

Lüneburger Landeszeitung vom 02.11.2018


Ausstellung in den Räumen der Modedesignerin C. Horn, Karpfangerstraße 18, Hamburg



Zukunft 2: 2417

Ein Blick 400 Jahre in die Zukunft.

Visionen als Skizzen, Bilder, Worte, Töne

Was wäre Demokratie? Wie wird sie aussehen, die Mobilität, die Wohnsituation,
die Freizeitgestaltung, die Bildung, die Nahrungsherstellung, die medizinische 
Versorgung, die Politik? Was macht der Klimawandel? Wird es noch künstlerisches 
Arbeiten geben? Wie würde das aussehen? Was wird es nicht mehr geben?

 

 

Fr. 8.12.2017, 19 h: Ein Eröffnungsabend mit Ideenaustausch über 400 Jahre Zukunft. 
Sa./So.: 9. und 10.12.2017, Öffnungszeiten 16 – 18 h

 

Künstlerhaus Frise, Hamburg Altona, Arnoldstraße 26 - 28


Jahresausstellung BBK Lüneburg 2017


 

Schnittstellen

 

10.03. bis 26.03.2017

Galerie im Gut Wienebüttel

Lüneburg/Reppenstedt

 

 

 

Ulrike Hennecke, Barbara Gromes und Katharina Lechner zeigen Bilder, die im Rahmen ihrer künstlerischen Nachforschungen über Struktur, Form, Materialisierung und Auflösung entstanden sind.

 

In Ulrike Henneckes Aquarellen treffen Gedichte auf flüssige Farbe, verweben sich, schwimmen davon und hinterlassen hauchzarte Botschaften.

 

In den Fotografien von Barbara Gromes führen verwelkende Pflanzen ein Eigenleben und es entstehen haltlos neue Formen aus Wasser, Himmel und Schatten.

 

Katharina Lechner zeigt Radierungen, in denen Linien sich vorwärts tasten, verknoten, verdichten und sich im Raum des Lichtes oder der Dunkelheit wieder verlieren.

 

Die Ausstellungsräume

Presse

Pressemeldung Lüneburger Landeszeitung vom 16.03.2017