UNESCO Tag der Druckkunst 2019

Die Gruppe Druckkunst (BBK Lüneburg) lädt ein zu Ausstellung und Workshops:


Käufliche Mappe mit sechs originalen Grafiken der ausstellenden Künstler*innen in einer Druckauflage von zehn Exemplaren.


Pressemitteilungen aus der Lüneburger Landeszeitung


Eröffnungsrede im Foyer IHK Lüneburg, Am Sande 1, 27. April 2019, Karl-Ernst Gaertner

 

"DRUCKKUNST 2019 plus  Sind wir noch zu retten?"

 

Liebe Freunde der Druck-Kunst,


Über die eine Seite der Medaille Druckkunst hat soeben Herr v. Stern berichtet. Vielen Dank. Lassen Sie mich nun die andere Seite schildern: Die künstlerische.
Im vergangenen Jahr sind die traditionellen künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks und deren Mischformen von der deutschen   UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen worden.
Dabei wurde hervorgehoben, dass es heute die bildenden Künstler sind, die sich dieser, in der industriellen Fertigung nicht mehr angewendeten, Techniken annehmen und auf überraschend kreative Weise weiterentwickeln. Übrigens nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit. Warum tun sie dies? Welchen Wert sehen sie darin? Können sie womöglich mit diesen traditionell handwerklichen Verfahren Ausdruckseigenschaften hervorbringen, die mit heutigen Techniken nicht zu erreichen sind? 
  

Ursprünglich wurden die Hoch-,Tief-oder Flachdruckmaschinen erfunden um die Produktion von Druckerzeugnissen zu beschleunigen. Heute, angesichts der rasanten Entwicklung von digitalen Werkzeugen nutzen nicht wenige Druckkünstler diese alten Maschinen um ihre Gestaltungs- und Produktionsprozesse zu „entschleunigen“.  Sie wollen in ihrer Arbeit bewusst einer handwerklich berührungsbetonten Arbeitsweise den Vorrang geben und damit die von Hand geschaffenen Druck-Originale erstellen. 
Gleichzeitig erleben wir in der aktuellen computerbasierten Entwicklung der Druckkunst das Vordringen des Berührungslosen – eine Entmaterialisierung des materiellen Zubehörs.
Da verschwindet mal eben aus der klassischen Abfolge Druckvorlage, Druckform und Druck das zentralste, statische Element, die materielle Druckform, ins Virtuelle. Sie existiert nur noch digital und wird bei Bedarf jeweils neu errechnet.
Auch das wird von Künstlern wahrgenommen und kreativ bewusst mit traditionellen, mehr materiell betonten Möglichkeiten und Techniken kombiniert.

  
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen im künstlerischen Schaffen. Eine davon möchte ich aus meiner persönlichen Sicht beschreiben. Wenn man manchen Künstlern zusieht, könnte man denken, sie verschwenden ihre Zeit – als ob sie nur spielen. Doch könnte es nicht sein, dass das, was wie ein planloses Herumspielen aussieht, tatsächlich ein Arbeitsmodus mit einer eigenen Intensität ist? Idealerweise ist der kreative Prozess ein anstrengungsloser Vorgang. Unter den Anfangsbedingungen der Inspiration und der technischen Vorbereitung lässt der künstlerisch Arbeitende irgendwann einfach los. Die Arbeit entfaltet sich natürlich und spontan. Zunehmend, durch den Wechsel von Anstrengung und Gelassenheit, sammelt sich der Geist zu einer intensiven Konzentration und Vertiefung in das Werk. Interessanterweise heißt der kreative Trick der Natur hierfür: AUFHÖREN. - Immer wieder zwischendurch aufhören – damit im Bewusstsein mühelos ein Rückbezug zum dem eigenen Selbst entstehen kann, in dem potentiell mehr Wissen steckt, als gerade zuvor angewendet wurde. So belebt jeder dieser Momente der Ruhe das künstlerische Fühlen und Denken, sodass der nächste Schritt noch schöpferischer wird.
Das rettet den Künstler vor  Stagnation und mangelnder Zuversicht. Verallgemeinernd gesagt: Kreative Menschen spielen nicht mit der Arbeit, sondern mit der Ruhe.
Wenn auch Sie, liebe Gäste, etwas in „spielerischer Ruhe“ drucken möchten, das Sie am Ende mit nach Hause nehmen können, sind Sie zu dem folgenden Workshop herzlich eingeladen. Vielen Dank!

Teilnehmende Künstler*innen:

Konzept zur Ausstellung

 

Im März 2018 wurde die Druckgrafik auf Betreiben des BBK Bundesverbands (Berufsverband Bildender Künstler) und des Museums für Druckkunst in Leipzig in das Verzeichnis des immateriellen UNESCO Kulturerbes für Deutschland aufgenommen und der 15.03. eines jeden Jahres zum Tag der Druckkunst ausgerufen.


Im Verlauf der letzten Jahre beginnt das druckgrafische Schaffen in der Kunst wieder an Bedeutung zuzunehmen. Im Rahmen dieser Entwicklung möchte die Gruppe Druckkunst aus dem BBK Lüneburg nicht nur die Bedeutung alter Techniken der Druckgrafik (Tiefdruck, Hochdruck, Durchdruck) für die aktuelle Kunstszene, sondern auch Tendenzen und Möglichkeiten der Druckgrafik im Digitalzeitalter aufzeigen. Druckgrafik ist keine antiquierte Technik, sondern sie ist fähig, den Wandel in das digitale Zeitalter aufzugreifen, darzustellen, zu begleiten.

 

Ziel des Projekts ist die Darstellung der Druckgrafik als autonome Kunstform mit besonderen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit aktuellen Themenbereichen. Dabei sollen zwei wichtige Aufgabenbereiche zum Ausdruck kommen:

         - Die Druckgrafik als Multiplikator von Ideen, als Medium zur Erforschung der Rolle von Bildern in der Bilderflut
     von heute. Hier spielt die Bearbeitbarkeit von übernommenem oder selbst angefertigtem Bildmaterial eine große
     Rolle.

         - Die Druckgrafik als Experimentierfeld mit quasi „gespeicherten“ gestalterischen Entscheidungen, die verändert,
     abgewandelt und weiterentwickelt werden können. Metamorphosen können so in Serien erlebbar werden.

Neben der Darstellung aktueller Tendenzen in der Druckgrafik geht es uns aber auch darum, die besonderen Möglichkeiten der Druckgrafik an ein interessiertes Publikum weiterzugeben.  Die druckgrafischen Techniken bieten dazu die Möglichkeit, mit Formen zu experimentieren, sie zu kombinieren, Ideen zu vervielfältigen und sie weiter zu geben. Dabei können die Besucher*innen mit vorgegebenen kleinen Druckstöcken eigenhändig hochwertige Karten drucken, verschiedene Techniken erleben und das Grundprinzip der Vervielfältigung erfahren. Es bieten sich dabei Druckstöcke aus den Bereichen Linol- und Holzschnitt, Radierung, Fotopolymerdruck, Typografie und Stempeldruck an.

 

Im Sinne der Idee der Weitergabe von Ideen ist es vorteilhaft, wenn die teilnehmenden Menschen ihre Drucke mehrfach drucken und ihre Ergebnisse zur Verfügung stellen, z.B. um am Ende des Workshops ihren Druck und jeweils Drucke anderer Teilnehmer mitnehmen zu können. So besteht die Möglichkeit, kreative Ideen zu teilen (im Sinne der herkömmlichen Idee der Reproduzierbarkeit auf Papier = das Kulturerbe in seiner Grundform!)

Auch die Künstler*innen schließen sich dieser Idee der Reproduktion und der Weitergabe an, indem sie eine Auflagenmappe fertigen, in der jeder/jede teilnehmende Künstler*in eine signierte Originalgrafik einlegt. Diese Mappen werden zum Verkauf angeboten.                 

 

Diese Mappe kann über die Kontaktadresse auf der Startseite für 180€ erworben werden.

Informationen zu den Künstler*innen:

 

Karl-Ernst Gaertner

 

Jahrgang 1942, lebte bis zum Jugendalter in Lüneburg und schloss dort eine Lehre zum Schriftsetzer ab. Es folgte eine Ausbildung zum Luftbildfotografen. Anschließend studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg freie Kunst. Nach einer langjährigen Tätigkeit als Typograf in Agenturen lehrte er als selbständiger Dozent Typografie an einer Hamburger Kunstschule. 2014 kehrte er von Hamburg nach Lüneburg zurück und arbeitet heute als freier Künstler.

 

Über meine Arbeit: Manuelle Druckgrafik: Intagliotypie (Photo-Polymerfilm Tiefdruckverfahren)

 

Mir geht es um einen kreativen Umgang mit Drucktechniken. Durch die Mischung von analogen und digitalen Medien und  Techniken erprobe ich neue  Ausdrucks-möglichkeiten, wobei ich zur Zeit ein Druckverfahren mit seitenrichtiger Vorlage bevorzuge.

 

Diese innovative Technik der Intagliotypie  erlaubt mir eine hochgradig bewegliche experimentierfreudige Arbeitsweise, in der ich manuell auf einer transparenten Folie seitenrichtig zeichnen oder malen kann.

 

Eine mit lichtempfindlichem Polymerfilm vorbereitete Trägerplatte wird zusammen mit einer einzelnen oder mehreren übereinander gelegten transparenten Vorlagen, wie Zeichnungen, Fotos oder anderen Materialien mit UV-Licht belichtet.

 

Nachdem der Film neutralisiert und die Druckfarbe aufgebracht wurde, kann sofort von der Platte gedruckt werden.

 

Diese 1990 entwickelte schadstoffarme Radiertechnik (keine Ätzung!) vereinfacht die Herstellung einer Druckplatte und öffnet die Grenzen der traditionellen Radierung für neue bildnerische Motive.

 

www.karlernstgaertner-kunst.de

Karl-Ernst Gaertner

Lübecker Straße 51

21337 Lüneburg

 


 

Margitta Schenk

 

Studium Grafik-Design und Freie Malerei

 

Seit 1992 als freie Künstlerin in Hamburg und Seevetal tätig.

 

1993 bis 2000 zusätzliche Tätigkeit als Galeristin in „Ganz privat und Galerie“.

 

Seit 1988 Dozentin der KVHS Landkreis Harburg (Malerei, Zeichnen, Drucktechnik und Malreisen).

 

Seit 1991 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Aus-
land.
  

In meiner künstlerischen Tätigkeit nimmt die Drucktechnik einen kleinen, aber sehr wichtigen, von mir geschätzten Raum ein.

 

Die vielfältigen Möglichkeiten des Experimentierens (Kaltnadel, Aquatinta, Reservage-Technik, Intaglio-Radierung sowie Sprüh- und Klebevarianten), die sorgfältige Umsetzung von Ideen und Motiven, die technischen Varianten und die Entschleunigung während des Arbeitsprozesses faszinieren mich immer wieder aufs Neue.

 

Die alte Druckkunst in die Zukunft zu retten unter Einbeziehung neuer Möglichkeiten und umweltfreundlicher Methoden ist mir ein Anliegen.

 

Meine seit 30 Jahren gut besuchten Seminare und Workshops „Experimente mit der Tiefdrucktechnik“ in der KVHS Landkreis Harburg in der Maschener Werkstatt, bestätigen mir, dass in unserer digitalisierten Welt das Bedürfnis nach handwerklichem Tun nicht aussterben wird.

Margitta Schenk, Zum Großen Ahren 27 a, 21217 Seevetal
Tel. 040 768 30 84
Fax 040 768 56 94
Mobil 0172 99 0 99 17

www.atelier-schenk.de

schenk.art1@t-online.de

Atelier: Bullerdeich 12 b (keine Postadresse), 20537 Hamburg, Tel. 040 251 45 06

Das Atelier befindet sich in Hamburg-Billbrock in dem ehemaligen Kraftwerk Bille.


 

Ulla Graßt

 

Jahrgang 1949

 

Vor der Kunst:

 

Ehe, Kindererziehung, Verwaltungsarbeit

 

Mit der Kunst

 

Seit ca. 30 Jahren intensive Beschäftigung mit der Kunst und Ausbildung in Freier Malerei.

 

Workshops und Kurse, Mal- und Studienreisen im In- und Ausland.

 

Einzelausstellungen und Teilnahme an
                                                                   Gruppenausstellungen.

 

Mitglied im Bundesverband Bildender 

                                                                                        Künstler (BBK)

 

Mit meinen Siebruckarbeiten habe ich für mich Neuland betreten. Aber genau wie bei meiner Malerei, bleibe ich überwiegend im Ungegenständlichen und arbeite auch in diesem Bereich gerne seriell.

 

Ulla Graßt

Wilhelm-Hillmer-Str. 6

21339 Lüneburg

Telefon: 04131-697 66 22

E-Mail: u.grasst@gmx.net

www.ulla-graszt.de

 


 

 

Ulrike Hennecke

 

Kunststudium an der Akademie für Bildende Künste der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

 

Seit 1987 als Kunsterzieherin, VHS Dozentin und freie Künstlerin tätig.

 

Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

Der Linolschnitt bietet mir Raum zum Experimentieren und Schwelgen in Formen und Farben. Das Motiv entsteht und wird mehrfach leicht verschoben übereinander, nebeneinander gedruckt. Eine Serie entwickelt sich – ein Ornament ist ein Ornament ist ein Ornament …

 

Ulrike Hennecke

Barckhausenstr. 45

21335 Lüneburg

Tel.: 0152 3380 4558

E-Mail: Ulrike_Hennecke@yahoo.de

 


 

Walter Knolle

 

Geboren 1942 in Offenbach/Main

 

Studium der Kunst und Biologie in Stuttgart

 

1970 - 2005 Lehrer an einer Hamburger Schule

 

Seit 1987 Tätigkeit als Bildhauer

 

Seit 1992 verschiedene Ausstellungen in Nord- und Süddeutschland

 

1997 Umzug nach Radbruch bei Lüneburg

 

                                                                                        1997 - 1998 Herausgabe der Mappe 
                                                                                        ZEITENWECHSEL (Auflage 30 Exemplare)

 

                                                                                        1999 Arbeit an der Holzschnittfolge TORTURA
                                                                                        über die Folter in Militärdiktaturen

 

                                                                                        2000 Arbeit an Farbholzschnitten

 

                                                                                        Seit 2005 Tätigkeitsschwerpunkt: Holzbildhauerei
                                                                                        und Objektkunst

 

                                                                                        Seit 2007 Arbeit an großen Eichenskulpturen und
                                                                                        Rauminstallationen

 

                                                                                        2008 Eröffnung der KUNSTSCHEUNE
                                                                                        RADBRUCH mit eigenen Arbeiten aus
                                                                                        verschiedenen Epochen.

                                                                                        Regelmäßiger Ausstellungsbetrieb auch mit
                                                                                        anderen Künstler*innen.

 

Kunstscheune Radbruch, Walter Knolle
Schäfer-Ast-Straße 15 A,
21449 Radbruch,
Telefon 04178-818365

www.kunstscheune-radbruch.de


 

Katharina Lechner

 

Vita (hier)

 

In der Radierung verbinden sich zwei Elemente: die kreative Idee und das Handwerk der Metallbearbeitung: Konzentrierte geistige Auseinandersetzung mit einer Thematik verbindet sich mit handwerklichem Tun. Kopf und Körper arbeiten als Einheit, mal in der angespannten Findung von Ideen, mal im entspannten Ausführen vorgegebener handwerklicher Schritte. 

Die Möglichkeit der fast unbegrenzten Weiterarbeit an der Druckplatte lässt Serien entstehen, die Augenblicke bis hin zu Lebensspannen dokumentieren können. Eine neue Zeitrechnung entsteht im Tun und was brauchen wir heute mehr?

 

Tiefdruckwerkstatt Katharina Lechner

Zum Weißenstein 19

21365 Adendorf

Tel.: 04131-2461577

Mobil: 0157-88091053

Mail: k.lechner@tiefdruckart.de

 


Die Ausstellungsräume